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Kuhfladen üben eine ganz besondere Faszination auf uns aus und vielleicht bald auch auf Sie.

 

Sie werden sich fragen, wie man sich einen echten Kuhfladen an die Wand hängen kann. Man kann und es hat ´was! Die Sache ist ganz einfach. Kuhfladen liegen bei uns auf der Alm en masse herum, aber kaum jemand bemerkt sie bewusst, meist erst dann, wenn es eine direkte schicksalshafte Begegnung gibt und man in einen frischen Fladen hineintritt.

 

Dabei sind frische Kuhfladen äußerst interessante Gebilde. Frisch von der Kuh gelöst, dauert es nur Sekunden, bis Fliegen das gute Teil ansteuern und als Kinderstube für ihren Nachwuchs nutzen. Der noch feuchte Fladen wird zum vielbevölkerten Mikrokosmos. Einmal ausgetrocknet ist es mit dieser Lebendigkeit vorbei. Verlassen geht er seinem Ende entgegen und verrottet, außer das Team von fengtirolis wird auf ihn aufmerksam und rettet ihn für die Ewigkeit.

 

Es war wohl auch die Lust am Experimentieren, die uns "auf den Fladen" gebracht hat. Omnipräsent in der Almlandschaft und doch kaum beachtet, sind Kuhfladen ein überaus interessantes und mehrfach doppeldeutiges Material.

 

Was man über den gemeinen Fladen wissen sollte:

"Gemein" ist hier nicht im Sinne von "böse" zu verstehen, sondern als "einfach, normal, gewöhnlich, profan, alltäglich", einfach der "einfache Fladen".

 

Wir berauben unsere Almen nicht des wertvollen Düngers, wenn wir Fladen für unsere Zwecke sammeln. Im Gegenteil. Kuhfladen übersäuern den Boden unter ihnen, wenn sie nicht regelmäßig zerschlagen und verteilt werden. Diese zeitraubende Arbeit wurde früher von den Almerern gemacht, heute aber gar nicht oder kaum mehr. Wenn wir einen Kuhfladen aufheben, nehmen wir nur die harte Kruste, alles übrige verteilen wir und leisten so einen wichtigen Beitrag für die moderne Almwirtschaft.

 

Kuhfladen sind nicht gefährlich, leben und stinken nicht. Getrocknet riechen sie leicht nach Heu, aber um das festzustellen, müssen Sie mit der Nase sehr nah ran.